Artikel von Peter Reischer

Stairway to Nowhere

(Erschienen in ,Die Furche‘, 03/15)
Isay Weinfeld ist sicherlich ein guter Architekt, auch, wenn das in der Show im AZW nicht so recht zur Geltung kommen will. Das mag daran liegen, dass die gezeigten Projekte und Arbeiten zu vielfältig, aus zu vielen verschiedenen Genres stammen: Türgriffe, Stühle für McDonald, Hotels, ein kleiner Barschrank, Einfamilienhäuser, Filmproduktionen, ein Sarg und eine Wiege – bedeutungsschwanger illuminiert, Luxusdomizile für die brasilianischen Millionäre, Stiegenmodelle, Innenräume und eine Vitrine mit Abfall aus der Modellbauabteilung. All das hinterlässt nicht gerade den Eindruck einer gewollten oder gezielten Information. Eher den eines Messestandes oder eines Werbeprospektes über das architektonische Schaffen eines Architekten. Doch dann steht noch direkt im Eingangsbereich der Ausstellungshalle das Modell des, gerade in Diskussion stehenden, Projektes für den Hochhausturm am Gelände des Wiener Eislaufvereins. Spätestens in diesem Augenblick wird die Absicht klar: Es geht um Investoreninteressen und um viel Geld und das AZW wird als Bühne benutzt. Wieso lässt es sich das gefallen? Wieso verteidigt Direktor Steiner die „hehren“ Absichten mit Händen und Füße? Wer hat ein Interesse an dieser Ausstellung?
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Architektur als Geisel der Immobilienbranche?

(Erschienen in ,DIE FURCHE‘ 10/2014)
Anscheinend ist die Architektur (mit oder ohne Architekten) in Wien an ihrem Ende angelangt. Anders lässt sich der Ablauf und Inhalt der Pressekonferenz, anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse des Wettbewerbes für das VIC (Vienna InterContinental) und den WEV (Wiener Eislaufverein) nicht deuten.

Die Geschichte des jahrelangen Tauziehens um eine mögliche Verbauung, Neugestaltung, Volumensverdichtung (oder wie auch immer man es nennen mag) des Geländes, hat vorige Woche einen neuen Höhepunkt gefunden. Am 27. Februar wurde im VIC von der Wertinvest (100-prozentige Tochter der Global Equity Partners-Gruppe der auch das Areal des InterContinental Hotel gehört) das Ergebnis des Wettbewerbes vorgestellt. Der Saal (ohne Analogie zum Boot) war voll, zahlreiche Vertreter der wichtigsten Tages- und Wochenzeitungen sowie der meisten Architekturmagazine drängten sich, zusammen mit einer Großzahl von betroffenen Anrainern, in Raum.
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Alles Smart

(Erschienen im Spectrum, Die Presse April 2015)
Vor einiger Zeit hat Christian Kühn in der Presse/Spectrum die Frage, die schon Reinhard Seiß in seinem Buch: „Wer baut Wien“ aufgeworfen hat, noch eina,ml gestellt und dabei das Skandalöse nach der Frage WER betont. Er listet alle Schritte der Stadtentwicklung bis heute noch einmal präzise auf – ein schöner Überblick, der auch für Nichteingeweihte einiges zum Verständnis der derzeitgen Geschehnisse und Diskussionen über Stadtplanung und Hochhäuser beiträgt.
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