„Baukultur – Denke Deine Stadt anders“ – Ausstellungseröffnung in der Wiener Planungswerkstatt

Vor ein paar Monaten beschloss der Wiener Gemeinderat die neuen Baukulturellen Leitsätze der Stadt Wien. (mehr). Ausgearbeitet wurden diese durch das Magistratsamt für Architektur und Stadtgestaltung – kurz MA19 – mit besonderer Unterstützung durch die Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.

Um diesem, einem der neuesten und durchaus auch richtungsweisenden Projekte in Sachen Stadtentwicklung – mit Frau Vassilakou als Speerspitze – auch gerecht zu werden, wurde am 17. September eine Vernissage veranstaltet, mit dem zwar nicht unbedingt vor Kreativität sondern eher Pragmatismus strotzenden Titel „Baukultur – Denke Deine Stadt anders“. Kurz gesagt liegt das Ziel der Ausstellung darin , einem doch recht trockenen und abstrakt klingenden Thema mehr Leben einzuhauchen, es näher an jene Menschen zu bringen, die genau diese Leitsätze auch betreffen und somit die Bevölkerung ganz von alleine zu einem der Kernpunkte des Projekts zu bewegen: mehr Bürgerbeteiligung – wenn vorerst auch nur in architektonischen Fragen.

Nach ein paar kurzen und lockeren Ansprachen von Franz Kobermaier – dem Leiter der MA19 –, Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und dem Kurator Volker Dienst, in denen nochmals der Sinn als auch die Mitwirkenden dieses Projekts vorgestellt, aber auch die Stolpersteine auf dessen politischen Weg nicht ausgespart wurden, wurde die Ausstellung eröffnet, bei der der Betrachter sozusagen schrittweise durch das Konzept der neuen Baukultur geführt wird und sich auf diese Weise selbiges auch zu eigen machen kann.

Mögen die Ziele durchaus ehrenwert und die Mittel, diese zu erreichen, von reinem und auch demokratieförderndem Wesen sein, so zeigte sich bei der Eröffnung der Ausstellung aber leider doch, dass das Publikum aus einer recht homogenen Gruppe von Bildungsbürgern Vierzig Plus besteht (anwesende Mitwirkende einmal ausgeschlossen).

Konzept und Gestaltung der Ausstellung wurde von der Stadt Wien zwar offensichtlich an junge Vertreter von Architektur, Fotografie und Dokumentation ausgelagert, es bleibt aber abzuwarten ob die bis 19. Dezember 2014 laufende „Veranstaltung mit Außenstellen“ das gewünschte Echo auch bei jüngeren Bevölkerungsschichten finden kann.

Die Ausstellung und das darauf zugeschnittene Rahmenprogramm – wie etwa ein Fotowettbewerb, kollektives „Urbanes Flanieren“, weiteren „Ausstellungssatelliten“ usw. – sind ein wirklich guter Ansatz. Man muss sich aber darüber im klaren sein, dass auf diese Weise vermutlich nur einem ausgewählten Teil der Bevölkerung dieses Thema nähergebracht und jener somit auch zu mehr Bürgerinitiative getrieben werden kann. Die breite Masse und den Otto Normalverbraucher wird man aber nachwievor eher erst über andere und massentauglichere Kanäle erreichen können.

Christof Falkenberg(21)

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