Bericht über den Demonstationszug am 25. September

37 Bürgerinitativen hatten sich am 25.9.2014 drei Tage vor dem “Tag des Denkmals” am 28.9. zu einer Kundgebung gegen die Zerstörungen im Stadtbild und an den Denkmälern der Weltkulturerbestadt Wien zusammengeschlossen. (www.kulturerbewien.at).

Besonderen Unmut erregten auch die nun an Licht gekommenen Grundstückstransaktionen beim denkmalgeschützten Otto Wagner Spitalareal im Westen von Wien und beim Eislaufverein Am Heumarkt neben dem Konzerthaus im Zentrum der Stadt. Durch Umwidmungen sollen statt Spitals-Pavillons für Kranke nun profitable Wohnungen geschaffen werden und Am Heumarkt muß der Eislaufverein einen großen Teil seiner jetzigen Fläche trotz seiner hundertjährigen Geschichte freigeben, damit auf dieser Fläche neben dem Konzerthaus ein 74 m hoher Wohnturm für Betuchte gebaut werden kann.
Zum Vergleich: Die Nachkriegs-Bausünde Intercont Hotel beim Stadtpark hat 45 m Bauhöhe.

Der Demonstrationszug begann vor dem Eislaufverein in der Lothringerstrasse 22 mit ca. 250 Personen und schwoll beim Marsch auf dem Ring beim Endpunkt Rathaus dann auf ca. 1000 Personen an. Den Demonstrationszug führte ein schwarzer Fiaker mit der Aufschrift „Wiener Kulturerbe Hoffnungszug“ an. Selbst der große Künstler René Clemencic lies es sich trotz seiner 86 Jahre nicht nehmen, bei der Kundgebung dabei zu sein und fuhr in einer Rikscha bis zum Schluß mit.

Viele Familien mit Kindern und Kinderwagen folgten ebenfalls dem langen Zug. Die Organisatoren hielten die Gleise der Ringstrassenbahn frei, sodaß der öffentliche Verkehr kaum behindert wurde. Beim Endpunkt der Demonstration vor dem Rathaus hielten Prof. Bernd Lötsch und Prof. Bruno Thost eine Rede und warnten vor der Zerstörung der Kultur. Die Petition mit dem Forderungen der 37 Bürgerintiativen konnte im Rathaus nicht überreicht werden, weil die Tore geschlossen waren. Die Liste der Forderungen wurde daher am Südtor des Rathauses mit lauten Hammerschlägen angeschlagen, ähnlich wie Luther seine 95 Thesen 1517 am Tor der Schloßkirche zu Wittenberg anschlagen mußte, weil die selbzufriedene Obrigkeit ihm kein Gehör schenken wollte. (Bericht Herbert Rasinger – Initiative Stadtbildschutz)

(alle Bilder © Chris Falkenberg)

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