Die Ringstraßenzone und deren schändliche Verfremdung

Die Entstehung der Ringstraße

(Ein Artikel in „Steine sprechen“ Oktober 2014 von unserem Mitglied Friedmund Hueber)

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war Wien kleiner als der heutige 1. Bezirk. Die Stadt war dicht verbaut, befestigt und von Kurtinen und Bastionen (Basteien) mit Kasematten umgeben, auf denen sich beliebte, luftige Spazierwege befanden, von denen man über das weite Glacis, in dem im Westen der Wienfluss verlief, hinaus in die Vorstädte und zum Wienerwald blicken konnte. Die Stadt war ungesund und der Haupt- und Residenzstadt des Österreichischen Kaiserreiches nicht würdig. Sie entsprach nicht im Geringsten den Hauptstädten anderer Großmächte, wie London oder Petersburg. So wie auch Paris fehlte ihr Licht und Luft, Größe und Weite. Den hygienischen Anforderungen und jenen des Verkehrs und des Bevölkerungszuwachses musste Rechnung getragen werden. In Paris begann 1853 Napoleon III. mit Georges-Eugène Haussmann diesen Anforderungen durch großflächigen Kahlschlag, breite Chaussées zur Verbindung der Bezirke und zur Schaffung von Licht und Luft in der Stadt vergleichbare Situationen zu verbessern. Dies mag auch den jungen Kaiser in Wien ermutigt haben, für seine Residenzstadt ähnliches zu erreichen. Mit nachstehendem kaiserlichen Dekret „Allerhöchstes Handbillet von 20. Dezember 1857 an seine Exzellenz, den Minister des Inneren, Freiherrn von Bach“, verfügte Kaiser Franz Josef I. die Schleifung der Befestigung, die Verbauung des Glacis und die Errichtung der Ringstraße zur Erweiterung der Stadt: Artikel lesen als pdf downloaden >>>>>

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