Ein Hochhaus soll Urbanität vorspiegeln

Meldung von Waltraut Kupf vom 4. April 2014 auf: andreas-unterberger.at

Es dürfte noch immer zu wenig bekannt sein, welche Bewandtnis es mit dem Bauprojekt Eislaufverein hat, zu betrachten unter www.dasbesondereprojekt.at. Spricht der Anblick dieses Ausbunds an Phantasielosigkeit und Großmannssucht à la Ceauscescu bereits für sich, so geht daraus noch nicht die volle Wucht des geplanten Wohnturms hervor. Er nimmt sich auf dem angefügten Foto aus der Vogelperspektive noch relativ dezent aus, mit seinen 73 Metern Höhe würde er aber, dreist bis zur Schmerzhaftigkeit, alle umliegenden Gebäude gewaltig überragen, sollte er denn wirklich gebaut werden.

Zeitgeist-Schreiber und Podiumsdiskutanten sprechen in solchen Fällen von einem „Spannungsfeld“ zwischen tradierter und zeitgenössischer Architektur. Beim Anblick des Modells mit seinen geradezu vulgären Proportionen (von der nichtssagenden, an ein Kanalgitter gemahnenden Fassade gar nicht zu reden) fühlte ich mich spontan an einen Klotz erinnert, den meine Enkel aus Lego-Bausteinen gebastelt hatten.

Der berühmte Canaletto-Blick vom Belvedere aus, schon jetzt beeinträchtigt, wäre vollends dahin, und um das aber auch wirklich ganz besondere Projekt zu sehen, wird sich wohl kein Tourist vor das Belvedere begeben. Einmal ganz abgesehen davon, dass ja auch autochthone Wiener gerne einmal von dort aus den Blick über ihre Stadt schweifen lassen, deren historischer Kern mit dem Prädikat „Weltkulturerbe“ seitens der UNESCO versehen wurde.
– mehr auf: http://www.andreas-unterberger.at/2014/04/ein-hochhaus-soll-urbanitaet-vorspiegeln/#post-6539

 

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