Heumarkt: Initiativen gegen Hochhaus

Mehrere Bürgerinitiativen wollen gemeinsam gegen das Hochhausprojekt am Heumarkt vorgehen. Vertreter von elf Organisationen appellieren an die Politik, alle Maßnahmen gegen die Aberkennung des Welterbestatus zu ergreifen.

„Die Aberkennung des Welterbestatus wäre für eine Republik, die sich gerne als Kulturnation bezeichnet, und gerade vor dem Hintergrund des Europäischen Kulturerbejahres 2018 und der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft ab Mitte 2018 eine internationale Blamage sondergleichen“, zeigte sich Christian Schuhböck von der Initiative Alliance for Nature überzeugt. Elf Organisationen unterzeichneten deshalb ein gemeinsames Memorandum, in dem man sich an die verantwortlichen Politiker wendet.

Wiener Innenstadt auf roter Liste

Das historische Zentrum von Wien wurde im vergangenen Juli von der UNESCO auf die rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt. Grund ist das geplante Hochhaus am Heumarkt, das mit einer Höhe von 66 Metern das Innenstadtensemble nach Ansicht der UNESCO maßgeblich beeinträchtigt. Auch die Denkmalschutzorganisation Europa Nostra zählt das historische Zentrum Wiens zu den zwölf am meisten gefährdeten Kulturerbestätten Europas – mehr dazu in Wien unter gefährdetsten Kulturerbestätten.

Bis 1. Februar 2018 hat die Republik Österreich – der offizielle Vertragspartner der UNESCO – Zeit, in einer Stellungnahme auf die Empfehlungen der UNESCO zu reagieren. Sollten die Vorgaben des Welterbekomitees nicht umgesetzt werden, droht der Wiener Innenstadt bei der nächsten Sitzung des Komitees Ende Juni die Aberkennung des Welterbestatus – mehr dazu in Wien auf roter Liste: Touristiker gelassen.

Initiativen hoffen auf neue Regierung

Die Stellungnahme, die im Vorjahr unter der vorherigen Regierung abgegeben wurde, bezeichnete Markus Landerer von der Initiative Denkmalschutz als „lächerlich“. Er erhofft sich nun Unterstützung vonseiten des neuen für Kultur zuständigen Kanzleramtsministers Gernot Blümel (ÖVP). Schließlich werde der Schutz des Welterbes in Österreich als wesentliche Aufgabe im Regierungsprogramm genannt, sagte Markus Landerer von der Initiative Denkmalschutz.

 

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