Leserbrief zum Artikel in der Kronenzeitung vom 1. April 2016

Schön, dass auch in der Krone Platz für einen Aprilscherz bleibt!

Der heutige Beitrag „Architektonischer Gewinn“ zur brutalen Verbauung des Wiener Eislaufvereins kann doch wohl nur so gemeint sein. Und dass Frau Vassilakou jetzt Aussagen im Namen des Welterbe-Komitees treffen kann, dürfte auch nur mit dem Datum zusammenhängen.

Die Feinheit, dass ein 75 Meter hoher Betonklotz auf einer bisher unverbauten Fläche „das Stadtbild öffnet“, muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen! Die schöne bunte Visualisierung dürfte aus einem Märchenbuch stammen: Es gibt darauf keinen Eislaufplatz mehr, die Lothringerstraße ist verschwunden und nur Spaziergänger flanieren durch die Grafik. Gerüchte sprechen davon, dass dann der Eislaufplatz zum Schwarzenbergplatz verlegt werden soll. Ist das auch „ein Gewinn für Wien“ und den Schwarzenbergplatz? Und der berühmte Canaletto-Blick vom Belvedere wäre dadurch für immer ruiniert.

Vielleicht brauchen Frau Vassilakou und Herr Steiner eine kleine Gedächtnisauffrischung:
Die gesamte Wiener Innenstadt bis zur ehemaligen „Zweierlinie“, Belvedere und Schwarzenbergpalais liegen in der Kernzone des als Welterbe geschützten Bereiches, also auch die Fläche des Eislaufvereins. Ein rund einen Kilometer breiter Bereich um diese Kernzone soll als Pufferzone ebenfalls von zu hoher Bebauung freigehalten werden.
Ob ICOMOS, der Internationale Rat für Denkmalpflege, diesen Wiener Aprilscherz wohl versteht?

Wien, den 1. April 2016, Dipl.-Ing. Fritz Lange

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