Neubau Wien Museum

Die Wien Museum Projekt GmbH (Geschäftsführer: Mag. Christian Kircher, geb. 12.08.1964, und DI Stephan Barasits, geb. 5.10.1972) wurde vor kurzem als Tochtergesellschaft der WSE Wiener Standortentwicklung GmbH gegründet, die wiederum zur Wien Holding gehört.

Bezüglich der zu bebauenden Fläche und der Bauhöhe werden den WettbewerbsteilnehmerInnen Leitgedanken gegeben, die Raum für kreative Ideen lassen und zugleich Orientierungslinien für eine behördliche Beurteilung in Hinblick auf Flächenwidmung und Stadtbild sind.

Der Haerdtl-Bau am Standort Karlsplatz hat derzeit ca. 6.900 m² Nettonutzfläche. Nach Fertigstellung des Neubauprojekts soll das Wien Museum am Karlsplatz über ca. 12.000 m² Nettonutzfläche verfügen. Der zusätzliche Raum soll für eine Verdoppelung der Ausstellungsfläche verwendet werden.

Denkbar ist, dass die Erweiterung des Gebäudes teilweise unterirdisch erfolgt. Der Musikverein hat sich in 2001 nur unterirdisch erweitert.

Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny gab am 5.3.2015, gemeinsam mit dem Finanzdirektor des Wien Museums und Mitglied der Wettbewerbsjury Christian Kircher das Startsignal für den internationalen Architekturwettbewerb und stellte die Wettbewerbsjury vor.

Juryvorsitzender ist der Schweizer Architekt Emanuel Christ (Christ & Gantenbein Architects, Zürich).

Seine Stellvertreterin ist die Wiener Architektin Elke Delugan-Meissl (DMAA Delugan Meissl Associated Architects).

Im Zuge dieses Architekturwettbewerbs sollen die besten architektonischen Lösungen für die Errichtung eines Großstadtmuseums des 21. Jahrhunderts in einem der wenigen noch zukunftsoffenen Räume mitten in der Innenstadt gefunden werden.

Ziel ist ein Neubau unter Einbeziehung des historischen Haerdtl-Gebäudes. ArchitektInnen können sich ab sofort unter wettbewerb.wienmuseumneu.at registrieren.
Das Siegerprojekt wird schon Ende des Jahres 2015 feststehen.

Am „Kunstplatz Karlsplatz“ wird in den kommenden Jahren nicht nur neuer Raum für Wiens Geschichte(n) geschaffen, sondern auch der erste Kulturbau Wiens im 21. Jahrhundert errichtet. „Bei der Sanierung und Erweiterung des Wien Museums handelt es sich um das wichtigste Museumsvorhaben der Stadt Wien seit vielen Jahrzehnten „, sagte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny.

“ Es geht dabei nicht nur um ein neues Wahrzeichen für Wien, sondern um die … Neudefinition davon, was ein Museum in der Zukunft leisten kann und soll“, erklärte der Juryvorsitzen­de Emanuel Christ.

„Die bauliche Erweiterung und Sanierung des historischen Gebäudes bietet nicht nur dem Museum eine einmalige Chance, sondern auch dem urbanen Gefüge des Karlsplatzes.“, betonte die stellvertretende Juryvorsitzen­de Elke Delugan-Meissl.

„Für das Wien Museum gab es in den letzten Jahren zwei zentrale Herausforderungen: das Zentraldepot und die Raumnot im Museum am Karlsplatz“, so Finanzdirektor Christian Kircher. „Die Übersiedlung unserer … Sammlung in ein neues Depot in Himberg wurde 2014 abgeschlossen. Unsere Ziele sind ein hoch­karätiger Wettbewerb, der international beachtet wird, ein architektonisches Signal für den Karlsplatz und ein … Museumsbau…“

Nach Abschluss des Wettbewerbs für das Wien Museum Neu wird auch die Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft einen Architekturwettbewerb für die Sanierung und den Umbau des benachbarten Winterthur-Gebäudes starten.

Im Anschluss daran soll die Flächenwidmung für beide Gebäude ausgearbeitet werden.

Ausschreibungsunterlagen

Grundlage für die Einreichungen der Architekturbüros ist eine über 100-seitige Auslobungsbroschüre, die die städtebaulichen Vorgaben sowie die programmatische und inhaltliche Ausrichtung des Museums und das Raum- und Funktionsprogramm enthält, das vom Leitungsteam des Wien Museums Wolfgang Kos, Matti Bunzl und Christian Kircher entwickelt wurde.

Zu den stadträumlichen, bauhistorischen und bautechnischen Fragestellungen wurden bereits zahlreiche Studien durchgeführt, zuletzt von Kuehn/Malvezzi (Johannes Kuehn, Simona Malvezzi, Wilfried Kuehn, Kuehn Malvezzi GmbH, Heidestraße 50, D-10557 Berlin) und Anna Detzlhofer (dnd Landschaftsplanung ZT KG, Lindengasse 56/2/20).

Für die Ausschreibungsunterlagen hat bwm Architekten in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt die bauhistorischen und städtebaulichen Rahmenbedingungen erarbeitet, wobei die zuständigen Dienststellen und Magistratsabteilungen der Stadt Wien für Stadtplanung eingebunden waren. Sie bilden die Richtlinien im Umgang mit dem denkmalgeschützten Haerdtl-Bau und dem städtebaulichen Kontext am Karlsplatz.

Für den Architekturwettbewerb wurde eine verfahrensbegleitende Agentur ausgewählt, die den Verfahrensprozess moderiert und für die Jury die Vorprüfung der Einreichungen vornimmt. Das Berliner Büro „phase eins“, das u.a. die Architekturwettbewerbe für das Folkwang Museum in Essen und das Wiener Hotel InterContinental moderiert hat, ist bei der Ausschreibung als Sieger hervorgegangen.

Die Wettbewerbsjury

In Abstimmung mit der österreichischen Architektenkammer wurden renommierte nationale und internationale ArchitektInnen mit Bau- und Juryerfahrung im Museumsbereich für das Preisgericht nominiert. Die Jury wird um Fach- und SachpreisrichterInnen bzw. Sachverständige, die die Aspekte Museums-, Stadt– und Landschaftsplanung sowie Denkmalschutz von Beginn an integrieren, ergänzt.

Das Museum am Standort Karlsplatz wird nach derzeitigem Planungs­stand voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte 2017 bis 2019 geschlossen bleiben. Die Wiedereröffnung ist für 2020 geplant.

In Hinblick auf das rasante Bevölkerungswachstum und die zahlreichen Stadtentwicklungs- und -erneuerungsgebiete ist an den Ausbau dezentraler Aktivitäten gedacht. Ziel ist es, aus dem Zentrum hinaus an die Peripherie zu gehen und die Außenstellen stärker (z.B. Otto Wagner Hofpavillon Hietzing, Hermesvilla, Pratermuseum, Beethoven Eroicahaus, Beethoven Wohnung Heiligenstadt, Schubert Geburtshaus, Schubert Sterbewohnung, Johann Strauss Wohnung) zu bespielen.

Mailath Pokorny meint in seiner Presseaussendunfg vom 5.3.2015, „daß ein zweiter Standort im Zentrum Wiens weder sinnvoll noch zeitgemäß“ sei, was somit eine Absage an das Haus der Geschichte in der Hofburg bedeutet.

Einen Presseartikel dazu finden Sie auch auf www.welt-stadt.wien

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