Offener Brief

Die Stadt Wien hat die Einreichung ihres historischen Zentrums zum UNESCO-Welterbe finanziert, das seit 2001 UNESCO-Welterbestätte ist. Die derzeitige Stadtregierung begünstigt jedoch ein Spekulationsprojekt eines Hochhauses im Bereich des Wiener Eislaufvereins und die Aufstockung des bestehenden Hotels Intercontinental (siehe Photomontage der MA-41) welche den Blick auf Wien zerstören und mit Sicherheit zur Aberkennung des begehrten Titels „Welterbestätte“ führen würden. Für dieses Vorhaben läuft seit eineinhalb Jahren eine Medienkampagne, der lediglich eine Handvoll Bürgerinitiativen und Fachleute entgegentreten. Im Rahmen einer sorgfältig abgestimmten Beschwichtigungspolitik vor den Wiener Wahlen wird das Vorhaben lediglich als Juryentscheidung geführt, für die man sich politisch nicht verantwortlich gibt. Die Stadt Wien hat sogar 2014 eine Broschüre „Wien – Innere Stadt, Weltkulturerbe und lebendiges Zentrum“ herausgegeben. In dieser wird durch geschönte Formulierungen, falsche Interpretation von UNESCO-Welterbedokumenten und einer durch beliebiges Weglassen oder Ignorieren unbequemer Sachverhalte verfälschten Darstellung dieses Vorhaben sogar als positives Beispiel für UNESCO-Welterbe und zeitgenössische Architektur darzustellen versucht.

 

Die beratenden Organe der UNESCO haben den Bau eines Luxuswohnturms so hoch wie der Ringturm genau in der Achse des Belvederes zwischen Stephansturm und dem Schloss Belvedere für das Welterbe unakzeptabel und äußerst negativ beurteilt. Darauf hat das UNESCO-Welterbekomitee anlässlich seiner Tagung in Bonn im Juli 2015 Wien aufgefordert, keine Baubewilligungen mehr für Hochhäuser zu erteilen, bevor deren Auswirkungen auf die Welterbestätte von den beratenden Stellen der UNESCO untersucht werden können. Es besteht kein Zweifel, dass Wien den Welterbetitel verlieren wird, sollte dieses Projekt realisiert werden. Im Gegensatz zur Stadtregierung ist die Wiener Bevölkerung stolz auf ihre Stadt und deren Welterbeprädikat. Unterschriftenaktionen gegen dieses Vorhaben mit tausenden Unterschriften wurden von der Stadt Wien mit nichtssagenden Antworten abgetan; ebenso Briefe von namhaften Fachleuten an die Planungsstadträtin.

 

Initiative Stadtbildschutz, 1030 Wien

Den Brief können Sie sich hier als pdf-Datei herunterladen.

Eine Sachverhaltsdarstellung und darin zitierte UNESCO-Dokumente finden Sie auf http://www.stadtbildschutz.at/sachverhaltdarstellung

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