Online-Petition

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Nein zum Hochhausprojekt Hotel Intercontinental – Eislaufverein: Aus dem „Belvedere“ – ital. „Schön-Blick“ – darf kein „Malvedere“ – ital. „Schiach-Blick“ – werden!

 

Das „Historische Zentrum von Wien“ wurde auf Wunsch der Stadt in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen. Dennoch finden für den Schutz erforderliche Planungsbeschränkungen oft keine politische Unterstützung. Oder erst nach Sanktionsandrohungen der UNESCO wie beim Hochhausprojekt Wien-Mitte, das in der Pufferzone lag. Eine ähnliche Situation wiederholt sich jetzt wieder. Aus dem Wettbewerb zur Neugestaltung des Hotel Intercontinental und des Eislaufvereins allerdings in der Kernzone des Welterbegebietes ist ein Hochhaus als Sieger hervorgegangen, das die Stadtansicht vom Belvedere aus verunstalten würde und dem Managementplan widerspricht.

Wir fordern Offenlegung der Wettbewerbsausschreibung und der Begründung für die Entscheidung der Jury für das Hochhausprojekt:  Die Maßnahmen zum Schutz der Welterbestätte sind in einem Managementplan enthalten, den Wien der UNESCO übermittelt hat. Hinsichtlich der Hochhausbebauung verweist dieser auf das 2002 vom Gemeinderat beschlossene „Hochhauskonzept“. Dieses definiert, wo kein Hochhaus errichtet werden darf. Für das Wettbewerbsprojekt trifft das gleich zweimal zu: weil der Standort in der Kernzone des Welterbes liegt und weil das Hochhaus genau in einer wesentlichen Sichtachse und der Blickbeziehung zwischen  Belvedere und historischem Zentrum liegt. Zu hohe Gewinnerwartungen der Projektbetreiber und deren vollmundige Zusagen an Dritte konnten vom Preisträgerprojekt nur auf Kosten öffentlicher Interessen umgesetzt werden: Inanspruchnahme öffentlicher Flächen durch Einbeziehung von Teilen der Lothringerstraße, Beeinträchtigung der Sichtbeziehung zwischen Belvedere und historischem Zentrum durch extreme Höhenentwicklung, sowie Reduktion und Belastung von Lebensqualität durch u.a. verstärktes Verkehrsaufkommen und erhöhte Verschattung der Umgebung. Wir behalten uns vor, weitere Beeinträchtigungen aufzuzeigen. Empörend ist, dass in der Ausstellung des Wettbewerbs im Hotel Intercontinental und danach in den Medien versucht wurde, die Nachteile des Projekts zu beschönigen und zu verschleiern, um diese Immobilienspekulation der Öffentlichkeit schmackhaft zu machen.

Wir fordern, bei Änderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans keine Hochhauswidmung in der Kernzone des UNESCO-Welterbes zuzulassen: Prof. H. Stühlinger hat die seinerzeitige Höhenentwicklung des Hotel Intercontinental stadtmorphologisch als Fehler bezeichnet. Dieser Fehler darf nicht als Maßstab für weitere Bauten herangezogen werden, wie gerne von Hochhausbefürwortern argumentiert wird, sondern soll im Fall einer Neubebauung korrigiert werden. Wir sind nicht grundsätzlich gegen Hochhäuser – nur sind sie im historischen Zentrum und der Ringstraßenzone fehl am Platz und gehören in andere Bereiche Wiens. Zeitgenössische Architektur in lebendigen historischen Städten soll einerseits auf die Entwicklungsdynamik reagieren, und andererseits das überlieferte Stadtbild respektieren. Welterbestädte, brauchen eine Stadtplanungs- und Managementpolitik, die Erhaltung zu einem zentralen Thema macht. Authentizität und Integrität der historischen Stadt dürfen nicht kompromittiert werden. Daher sind im Gesamtkunstwerk Ringstraße (eines der Kriterien für die Eintragung Wiens in die Welterbeliste) weitere Hochhausbauten zu vermeiden. Trotz der seit 150 Jahren bestehenden Ringstraßenbebauung suggeriert die Stadtplanung mit dem Titel Glacisverbauung Verdichtungsmöglichkeiten.

Wir fordern die Umsetzung der 2013 vom Welterbekomitee übermittelten Beschlüsse: etwa Verträglichkeitsstudien zur Beurteilung visueller Beeinträchtigungen, oder höher als der Bestand geplante Projekte zu stoppen, bis eine Evaluierung durch die beratenden Körperschaften der UNESCO erfolgt ist.

Als BürgerInnen Wiens unterstützen wir die Forderungen der Initiative Stadtbildschutz. Das Stadtbild als Kapital des Tourismus und der Welterbestatus als unbezahlbare weltweite Gratiswerbung dürfen nicht privaten Einzelinteressen geopfert werden.

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3 Kommentare

  1. Aglaë Hagg sagt:

    Neues „Vindobona“ sagt doch alles: sogar der Name Wien wird früher oder später obsolet. Wenn der letzte Altbau verkommen sein wird, wenn die letzen Touristen nur mehr nach Prag und gar nicht mehr nach Wien fahren und wenn Kinder glauben, daß Kaiser in Hochhäusern gelebt haben, wird man merken, daß Geld keine Kultur vermittelt. Für meine Enkel und Urenkel wünsche ich das nicht. Wer keine solchen zu erwarten hat, hat freilich andere Prioritäten.
    Wien schafft sich ab?

  2. Herbert Zavrel sagt:

    Kampf der Zerstörung der Stadt durch Immobilienspekulanten!

  3. Rupert Riedl sagt:

    Wien wird von der Politik zerstört – wir Bürgerinnen und Bürger müssen das verhinden! Das sind wir dieser Stadt schuldig!