Postwurfsendung der Wertinvest vom 24. April

Geschätzte Wienerinnen und Wiener!

Vorige Woche flatterte Ihnen ein Flugblatt der Eigentümergemeinschaft EG Wert­invest Hotelbeteiligungsgesellschaft GmbH zur Verbauuung des Areals des Eislauf­vereines beim Hotel InterContinental ins Haus, in dem ein Entwurf für eine geplante Ver­bauung angepriesen wird.

 

Angepriesen wird diese massive Verbauung mit Phrasen wie „Ein Ort der Begeg­nung“ „Ein Platz mit vielen Möglichkeiten“, „Stadt-Terrasse“ etc.

IniSta_Postwurf_Enzi1  IniSta_Postwurf_Enzi2

 

 

 

 

 

 

 

(zum lesen die Datei bitte anklicken)
Verschwiegen werden die Tatsachen:
  • Verbreiterung des Hotel InterContinental zur Lothringerstrasse hin
  • Errichtung eines 73 m hohen Luxus Wohnturmes auf dem Grundstück 993/8 des Eislaufplatzes
  • Inanspruchnahme öffentlicher Grundfläche der Lothringerstrasse
  • Zerstörung des Stadtbildes, welches die Stadt Wien als „Wien Innere Stadt“ in 2001 in die Liste der Unesco Weltkulturerbe eintragen hat lassen

Durch den Bau des Hochhauses wird die bis 31.12.2058 vertraglich abgesicherte Eisfläche massiv verkleinert werden und es soll daher diese um das fehlende Ausmaß auf den öffentlichen Gehsteig ausgedehnt werden. Als Kettenreaktion müsste auch die verkehrsreiche Lothringerstraße (B1) in Rich­tung Beethovenplatz zur Schule verlegt werden. Die vom Betreiber gepriesene „Verschiebung der Fahrbahnen“, die der Lothringerstraße „Boulevardcharakter verleiht“, ist demnach keineswegs im öffentlichen Interesse, sondern kompensiert         die fehlende Eisfläche. Die Frage ist, mit welchem Recht ein Kapitalgeber öffentlichen Grund beansprucht, um daraus private Vorteile zu ziehen.
Bekanntlich wurde vom Mai 2004 bis Frühjahr 2005 die Lothringerstraße beim Beethovenplatz in Richtung Eislaufverein neu verlegt, Der Beethovenplatz wurde durch die Errichtung einer größeren Aufenthaltsfläche vor dem Konzerthaus bis zum Eislaufverein spürbar und erlebbar gemacht. Mittig vor dem Beethovendenkmal wurde eine zusammenhängende Fläche als Platz für Veranstaltungen errichtet. Dort befindet sich auch eine Freiluft-Sportstätte für Schüler des Akademischen Gymnasiums. Diese Neugestaltung hat der Stadt Wien

8,3 Millionen Euro

gekostet, die bei einer neuerlichen Verlegung der Lothringerstraße in den Sand gesetzt wären.

Die 2 Tage vor Kaufvertragsabschluß gegründete „Buntes Wohnen Immobilienver­waltungs GmbH“ hat am 4. Juni 2008 das Grundstück Lothringerstrasse 22 (Eislauf­fläche des WEV) mit 9.700 m² in bester Innenstadtlage um

4,2 Millionen Euro

(433 Euro pro m²) günstig von einem dem Innnenministerium unterstehenden Fonds gekauft.

Die Immobilienspezialisten um Herrn DDr. Tojner wollen nun durch Architekturwett­bewerbe, Ausstellungen, Gutachten, Arbeitsgespräche mit Magistratsabteilungen etc. die Stadt Wien dazu bringen, dass sie ihnen eine Baugenehmigung für ein Groß­projekt mit einem 73 m Luxus-Wohnturm auf dem Sportplatz erteilt, um einen gewaltigen Gewinn zum Nachteil der Wiener Bevölkerung erzielen zu können.

Dieses Großprojekt gehört nicht in die Wiener Innenstadt der Weltkulturerbezone!

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Ein Kommentar

  1. kritischer Bürger sagt:

    zuerst braucht die Wertinvest eine entsprechende Widmung, aber daran arbeitet das Rathaus gerade. ja wenn der Bürgermeister dem Tojner das versprochen hat – und die Frau VBin auch zu ihm hält, weil er ihr bei der Mariahilfer Straße angeblich „geholfen“ hat, dann muss man ernstlich befürchten, dass dieser Wahnsinn Wirklichkeit wird!