Projekt InterCont/Eislaufverein, Stand vom 13.12.2016 Nicht vereinbar mit den Kriterien des Welterbes

Nach einer „Nachdenkpause“ wurde das unter der Leitung von Prof. Christoph Luchsinger überarbeitete und noch nicht vom Fachbeirat für Stadtplanung und Stadtgestaltung begutachtete „Projekt neu“ für das Areal Hotel InterContinentalWiener Eislaufverein am 13.12.2016 vom Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Frau Vizebgm. Maria Vassilakou vorgestellt.

Es fehlen noch 3 wichtige Schritte:

  • Die o.a. Zustimmung des Fachbeirates für Stadtplanung und Stadtgestaltung steht noch aus.
  • Der Wiener Gemeinderat hat noch keinen Flächenwidmungsplan für den nicht bebaubaren Sportplatz des Eislaufvereines beschlossen.
  • Es wurde noch keine baubehördliche Bewilligung erteilt.

Dieses Projekt vom 13.12.2016 ist mit den Verpflichtungen, die die Republik Österreich im Rahmen der Welterbe-Konvention eingegangen ist, nicht vereinbar.

Die Welterbe-Zone Historisches Zentrum von Wien beträgt 0,89 % der Stadtausdehnung und steht unter Schutz, weil die Republik Österreich sich durch den Abschluss eines Staatsvertrages (BGBl. 60/1993) verpflichtet hat, ihre Welterbe-Stätten, in Bestand und Wertigkeit zu erhalten, zu schützen und an kommende Generationen weiterzugeben.

Gemäß der Präambel des Welterbevertrages ist jede Welterbestätte ein „einzig­artiges, unersetzliches Gut, gleichviel, welchem Volk es gehört“, und soll daher „als Bestandteil des Erbes der ganzen Menschheit“ erhalten werden.

Dieses Gut müsste jetzt einer privaten Immobilien-Investorengruppe geopfert werden, weil sie ihr Projekt in der Kernzone des Welterbes Wien mit stadtbildunverträglichen Gebäudehöhen verwirklichen wollen. Davor hat die UNESCO, die Welterbe-Verträge und die Einhaltung der daraus erwachsenen Verpflichtungen prüft, seit Jahren die Stadt Wien aufmerksam gemacht.

Als das Zentrum von Wien nach langem Ansuchen der Republik Österreich zur Welterbe-Stätte 2001 ernannt wurde, waren Bürgermeister Häupl („Ein Meilenstein in der Geschichte der Stadt Wien“, „Damit wird die Bedeutung Wiens als Kultur-Hauptstadt in herausragender Art und Weise Rechnung getragen“) und Stadtrat Mailath Pokorny („Große Ehre und Renommee!“) voll des Lobes. http://www.wien.gv.at/rk/msg/2001/1214/001.html

Es gibt nur drei Städte in Europa, in denen das historische Zentrum und dessen Silhouette als Erbe der Welt geschützt sind: Rom, Prag und Wien. Die Kulturstädte Prag und Rom kommen damit ausgezeichnet zurecht.

Die Aberkennung des Welterbe-Prädikates für „Historisches Zentrum von Wien“ steht bevor. Nun müssen sich die Verantwortlichen der Republik zu Wort melden.

Ein einzigartiges , unersetzliches Gut soll auch weiterhin Erbe unserer Jugend sein.

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