Standard vom 17. Juli 2026: UNESCO berät erneut über Wiens Welterbestatus
Welterbekomitee tagt ab Sonntag in Busan. Unter anderem wird darüber abgestimmt, ob die Einstufung der Wiener Innenstadt als „gefährdete Welterbestätte“ bleibt
Das Interesse Wiens an Busan ist grundsätzlich wohl eher überschaubar. In den kommenden Tagen wird man im Rathaus aber recht genau in Richtung südkoreanischer Metropole blicken. Denn dort tagt ab Sonntag das UNESCO-Welterbekomitee. Entschieden wird dabei auch, ob die Wiener Innenstadt wegen des Heumarkt-Projekts weiterhin auf der Liste der gefährdeten Welterbestätten bleibt oder ob man diesmal eine Streichung erwirken kann.
Das Bauprojekt, das das Areal Hotel Intercontinental/Eislaufverein/Konzerthaus umfasst, stößt seit Jahren auf Unmut der Welterbeschützer. Denn das Vorhaben der Wertinvest von Michael Tojner beinhaltet auch Hochhaustürme, die den UNESCO-Experten trotz mehrfacher Abänderungen immer noch ein Dorn im Auge sind. Seit 2017 befindet sich das historische Zentrum Wiens deshalb auf der „Roten Liste“ der Welterbestätten.
Denn in der kürzlich veröffentlichten „Draft Decision“, die bei der Sitzung als Entscheidungsgrundlage dienen soll, gibt es ganz klar die Empfehlung, Wien „rot“ zu lassen. Denn im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Projekt nicht verändert. Dabei geht es um die 2023 vorgestellte Heumarkt-Variante, deren Maximalhöhe bei 49,95 Metern – in der allerersten Version waren es einmal 73 Meter – liegt. Sie soll laut einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im heurigen Februar zudem eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) brauchen, gegen die wiederum Tojner mit einer außerordentlichen Revision vorgeht.
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